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 LiveCinema, Wien, Gartenbau Kino 28.03.2009
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12th March 2010

M4Music – Festival, Conference & Demotape Clinic: Natürlich werden rund um das musikalische Programm unzählige Workshops und Vorträge angeboten. Das Schöne ist, sämtliche Tagesveranstaltungen sind kostenlos. Darunter die Demotape Clinic, welche sich in den letzten Jahren als Schmiede für junge Talente wie Valeska Steiner oder Signorino TJ, heute Kopf von Bonaparte, etabliert hat. Auch spannend dürfte der Vortrag von Karl Bartos sein. Er gehörte zu jener elektronischen Band, die das Fundament für viele Entwicklungen in der elektronischen Musik gelegt und mit Autobahn, Die Roboter, Das Model und Tour de France zahlreiche zeitlose Klassiker geschaffen hat. 15 Jahre sass er bei den Elektropionieren an Synthesizer, Computer und Schlagzeug und war als Autor u.a. für die Rhythmik verantwortlich.
THE MESSAGE
Bartos’ Beitrag zum M4Music beinhaltet zwei Teile: zum einen den Vortrag zum Thema "Musica ex Machina" am Samstag Nachmittag und zum anderen einen Auftritt am Abend. Das abendliche Set trägt den Titel "LiveCinema: The Rhythmic Screen" und beinhaltet Klassiker der elektronischen Musik, verbunden mit Visuals, die an das Genre des "absoluten Films" der Zwanzigerjahre erinnern, also die Avantgarde innerhalb der Filmgeschichte würdigen. Projiziert wird das Ganze auf eine Grossleinwand in der Halle.


MUSICA EX MACHINA

Einführung in die Auditive Mediengestaltung
Karl Bartos & Dipl.-Ing. Mathias Black
Filmvortrag ca. 50 Minuten

ABSTRACT

Karl Bartos widmet sich in seinem Filmvortrag der Entwicklung der Klangaufzeichnung von der Erfindung des Phonographen bis zu den aktuellen digitalen Techniken der ”Visual Music” beim Vjing.

Ursprünglich, so beschreibt Bartos einleitend, waren alle Sounds Originale – wie ein Schatten an den Gegenstand geheftet, der sie hervorgebrachte. Im Folgenden stellt er – auch visuell – einige entscheidende Etappen in der Entwicklung der Klangaufzeichnung dar:
1877 Thomas Edison erfindet den Phonographen
1913 Luigi Russolos schreibt sein Manifest ”L’arte dei rumori”
1930 Walter Ruttmann leistet mit seiner Tonmontage ”Weekend” einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung des Hörspiels
1948 Pierre Schaeffer formuliert die ”Musique Concréte”
1953 Herbert Eimert präsentiert im Studio des WDR in Köln erstmals ”Elektronische Musik”

Ferner erklärt der Autor den Wandel des kommerziellen Aufnahmestudios in den 60er und 70er Jahren: Der bis dahin passive Transmitter ”Studio” wird nun zum kreativen Instrument. Im Zusammenhang mit der Digitalisierung der Studiotechnik erinnert sich Bartos an seine erste Arbeit mit einem Computer während der Produktion ”Computer Welt” 1981 im Düsseldorfer Kling Klang Studio. Im Schlusskapitel seines Vortrages betrachtet er das Phänomen der sogenannten ”Visual Music” die ihren Ursprung in der abstrakten Malerei der 1920er Jahre hatte, als die Bilder tanzen lernen.
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