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18th September 2008
Techscapes by J. Scriba | Klangraum by Karl Bartos

Machines tend to be defined by their purpose with aspects like elegance and beauty accessible to mostly those we regard with a puzzled sense of strangeness. What if we could view their metal bodies as skins showing birthmarks and wrinkles? Look for the signs their makers left, trace the grooves of wear, spot the echoes of their adventurous existence. Using the tools of portrait photography I try to reinterprete products of engineering as sculptures of mysterious origins. (J. Scriba) Techscapes Fine Art prints will be shown in a special exhibition at the "Deutsches Museum", Munich, from July 29, 2008, through January 11, 2009.
Techscapes
Techscapes
Techscapes



Einführung Dr. Cornelia Kemp, Kuratorin, Foto+Film, Deutsches Museum

Von der sinnlichen Erfahrung
Wer die Maschinen und technischen Geräte im Deutschen Museum betrachtet, erfährt viel über ihre Funktion und Geschichte. Doch lange bevor der Besucher in die Welt des Wissens eintaucht, gilt sein Interesse den ausgestellten Dingen selbst. Erst aus der Begegnung mit den realen Objekten und der sinnlichen Erfahrung ihrer besonderen Materialität erwächst das Interesse an ihrer Bedeutung. Dies ist auch die Perspektive, aus der sich Jürgen Scriba den Dingen annähert. Sein Blick verweilt auf der Oberfläche der Objekte und auf den Strukturen, die der Plan der Ingenieure, aber auch Zeit und Gebrauch auf den Geräten hinterlassen haben.

Maschinenlandschaften
Scriba vergleicht seine Fotografien mit der Aufnahme von Landschaften. »Technology« und »Landscapes« fügen sich zu »Techscapes« und damit zu einer neuen Form der Wahrnehmung, die auf den Details, der Konstruktion und den Formender technischen Artefakte verweilen. Auf seinen Bildern erscheinen winzige Markierungen, die Monteure anbrachten, um passgenau gefertigte Teile vor Verwechslung zu schützen; Riefen, die immer wiederkehrende Bewegungen hinterlassen haben, oder Abschürfungen, die trotz sorgfältiger Benutzung im jahrelangen Gebrauch entstanden sind. Der reale Maßstab der Objekte wird dabei bewusst außer Acht gelassen, denn es geht dem Künstler vor allem darum, den Blick zu schärfen für den individuellen Charakter vermeintlich seelenloser Industrieproduktion.

Die Technik
Scribas Fotografien sind trotz ihrer realistischen Wiedergabe keine schlichten, dokumentarischen Objektaufnahmen. Seine in den Sammlungen aufgenommenen, digitalen Farbfotografien durchlaufen in der weiteren Verarbeitung am Computereinen komplexen Optimierungsprozess, der sich an dem Zonensystem des Altvaters der Fotografie, Anselm Adams (1902-1984) orientiert. Dazu werden die Aufnahmen zunächst in Schwarz-Weiß-Bilderübertragen und der Kontrastumfang zwischen den hellsten und dunkelsten Partien sorgsam ausgewogen. Ihre zurückgenommene Farbigkeiter halten Scribas Aufnahmen erst im letzten Bearbeitungsstadium. Durch individuelle Tonung in Anlehnung an klassische Verfahren des Duplex-oder Triplexdrucks entsteht eine zusätzliche Intensität und merklich deutlichere Zeichnung im Tiefenbereich. Für den Tintenstrahldruck kommt ein Spezialpapier zur Anwendung, das fein abgestufte Tonwerte nuanciert wiedergibt.

Der Klangraum
Um die sinnliche Erfahrung der Bilder nicht alleinauf die visuelle Wahrnehmung zu beschränken, entstand in Zusammenarbeit mit Karl Bartos ein Konzept, das die Gegenstände auch akustisch erfahrbar macht. Bartos schuf für die Ausstellungeine Klanginstallation, die die technischen Visualisierungen mit zufallsgesteuerten, akustischen Hörerlebnissen unterlegt. Das Klangmaterial stammt von Bearbeitungsmaschinen, Elektrowerkzeugen und Robotern. Diese ständig sich verändernde Klangkulisse, tritt mit der optischen Wahrnehmung der Bilder in eine subtile Wechselwirkung.

Die Künstler
Der Physiker Jürgen Scriba (*1964) hat sich als Wissenschaftsredakteur bei den Magazinen Focus und Spiegel schon früh der Vermittlung von Technik und Wissenschaft in den Medien verschrieben. Nach seiner Tätigkeit als Entwicklungsvorstand der Biotech-Firma Advalytix, die er 2000 mit begründete, arbeitet er seit 2006 als künstlerischer Fotograf. (www.jscriba.com)

Karl Bartos (*1952), über 15 Jahre Mitglied derGruppe »KW«, ist klassisch ausgebildeter Schlagzeuger und einer der Pioniere der elektronischen Popmusik. Er unterrichtet auditive Mediengestaltung an der Universität der Künste in Berlin.

www.deutsches-museum.de



Klangraum by Karl Bartos






Techscapes by J. Scriba