
Eva Fischer, Kuratorin des sound:frame-Festivals, hätte durchaus Grund zum Sudern: Sponsoren sprangen kurzfristig ohne Begründung ab, viele unbezahlte Arbeitsstunden, wenig Schlaf und der ständige Kampf mit dem Handy: ”Plötzlich wollen alle was von mir! Es ist ein einfach ein Full-Time-Job, den meine Kollegen und ich bislang ehrenamtlich machen. Geld bleibt dabei keines über, aber wir sind auf dem richtigen Weg.” Beschweren will sich die Wahlwienerin, die in Graz zeitgenössische Kunstgeschichte studierte, aber nicht. Denn sie macht das gerne – und aus Liebe zu ihrem Hobby, dem VJing. Und deswegen fiebert sie schon der Eröffnung des nunmehr zum dritten Mal in der Bundeshauptstadt stattfindenden Festivals zur Visualisierung elektronischer Musik entgegen.
Eröffnet wird das knapp einen Monat dauernde Festival am Freitag, den 27. März, mit einer Vernissage im Künstlerhaus. Dort wird einem dann auch gleich der Themenschwerpunkt ”Evolution Remixed!” näher gebracht. In einer Station kann sich der Besucher mit der Entwicklung von Visuals beschäftigten – audio-visuell versteht sich. Der Bogen spannt sich dabei vom Expressionisten Wassily Kandinsky über Oskar Fischinger, der mit seinen experimentellen Arbeiten in den 1930er Jahren die ersten Videoclips produzierte, bis hin zu Herbert W. Franke. Letzterer kommt am Samstag, den 4. April nach Wien und wird über seine Computer-Experimente in den 1960er Jahren berichten.
Remixed
Den zweiten Themenschwerpunkt bildet ”Remixed”. Dabei wird der Remix, eine in der Musik gerne angewendete Arbeitsweise, in den Mittelpunkt gestellt. Diesem Thema widmet sich nicht nur die Ausstellung ”Evolution Remixed!” im Künstlerhaus, sondern auch ein Expertengespräch mit Ben Sassen (Freitag, 3. April) und eine anschließend stattfindende Diskussionsrunde, an der auch der deutsche Musiker und Pop-Literat Hans Nieswandt teilnehmen wird.
Zu einem audiovisuellen Festival gehören natürlich auch Partys: Den ersten Höhepunkt der ergiebigen Partyreihe gibt es bereits am Samstag, den 28. März. An diesem Abend wird nämlich Karl Bartos, ehemaliger Maschinenmensch der deutschen Elektronik-Pioniere, im Gartenbaukino sein audiovisuelles Projekt ”Live Cinema” präsentieren. Die Klassiker des Elektropop wie „Das Model”, „Die Roboter” oder „Trans Europa Express” werden dann mit den Songs des Bartos-Albums „Communication” verbunden.